Herausragende Tänzerin 2017

Tamara Bacci © BAK/Gregory Batardon
Tamara Bacci © BAK/Gregory Batardon
Tamara Bacci © BAK/Gregory Batardon

Tamara Bacci

Herausragende Tänzerin 2017

Tamara Bacci, geboren 1970 in Genf, studierte Tanz an der École de Danse in Genf und tanzte anschliessend beim Ballet Junior de Genève unter Beatriz Consuelo. Nach ihrem Debüt am Ballett der Deutschen Oper Berlin kehrte sie nach Lausanne zurück, wo sie erst für das Béjart Ballet, danach für die Compagnie Linga tanzte. Darauf folgte eine vierjährige Pause von der Bühne mit einer Ausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin und eine Weiterbildung in Ayurveda. Seit 2003 arbeitet Tamara Bacci als freie Tänzerin mit namhaften Choreographinnen und Choreographen wie Foofwa d’Imobilité, Gilles Jobin, Cindy van Acker und Ken Ossola. Zudem unterrichtet sie das Ballet Junior de Genève sowie an der Manufacture und am Konservatorium in Lausanne.

 

Die Karriere von Tamara Bacci ist alles andere als gradlinig und ihre Arbeiten sind so vielseitig wie sie selbst. Mal wirkt sie als Tänzerin, mal zusätzlich als choreographische Assistentin, dann wiederum choreographiert sie sich selber. Dabei arbeitet sie häufig mit denselben Choreographinnen und Choreographen zusammen. Seit 2005 mit «Pneuma» hat sich eine stete Zusammenarbeit mit der belgischen, in Genf lebenden Choreographin Cindy van Acker entwickelt: mit deren Stück «Obvie» war Tamara Bacci 2009 bei den Schweizer Tanztagen und an den Rencontres de danse contemporaine in Paris zu sehen. 2011 war sie bei «Diffraction», das im Rahmen der Schweizer Tanzpreise 2013 ausgezeichnet wurde, choreographische Assistentin von Cindy van Acker, wie zuvor bereits 2009 für das Theaterstück «Inferno» von Romeo Castellucci. Tamara Bacci setzt als Tänzerin nicht bloss Choreographien um, sondern lädt zur Reflexion über Tanz an sich ein. Sie scheut sich nicht davor sich konzeptuell mit Tanz auseinander zu setzen, sei es mit ihrer Rolle als Tänzerin oder mit Tanzgeschichte an sich: «Laissez-moi danser» beispielsweise, das sie 2013 mit Perrine Valli und Marthe Krummenacher erarbeitete, beschäftigt sich mit der Rolle von Tänzern und deren Körpergedächtnis. Im Stück «Duo (Lorsqu’un oiseau se pose sur une toile blanche)» (2015) am Théâtre de Poche in Genf spielte sie Pina Bausch, die post mortem einen Blick zurück auf ihre Karriere wirft. 

 

Philippe Olza, Jurymitglied:

«Kraftvoll, absolut, charismatisch: Tamara Bacci verfolgt eine ebenso eklektische wie anspruchsvolle Karriere, arbeitet zusammen mit bedeutenden Ballettinstitutionen ebenso wie mit renommierten unabhängigen Choreographinnen und Choreographen, tanzt in der Schweiz ebenso wie auf internationalen Bühnen. Sie ist eine wandelnde Verkörperung aller Tanzstile. Mit ihren intensiven und präzisen Interpretationen, die gleichzeitig subtil und spektakulär sind, verleiht sie dem Raum eine aussergewöhnliche Dichte. Tamara Bacci passt in keine Schublade und definiert ihre Rolle als Tänzerin immer wieder neu. Mit ihrer magisch und geheimnisvoll angehauchten Präsenz zieht sie das Publikum augenblicklich in ihren Bann. Wahrlich eine einzigartige Künstlerin.»